Journal/Vegetable Garden · 6 Min. Lesezeit

Basilikum anbauen: Aussaat, Pflege & Ernte

Arthur Meade

Von Arthur Meade · Gemüsegarten & Saisonales

Basilikum säen, pflegen und ernten: Aussaat bei 20 °C, richtig gießen, entspitzen und Supermarkt-Basilikum retten — so wird er buschig.

Kurze Antwort

Säe Basilikum von Frühjahr bis Hochsommer drinnen bei etwa 20 °C aus und stell ihn erst nach draußen, wenn die Nächte über 10 °C bleiben. Gib ihm deinen sonnigsten Platz, gieß morgens von unten an den Fuß der Pflanze — und entspitze die Triebe alle ein bis zwei Wochen, denn das macht ihn buschig.

Basilikum ist das Kraut, das sich jeder kauft und das fast jeder umbringt — meist innerhalb von zwei Wochen, nachdem der Basilikumtopf vom Discounter eingezogen ist. Verstehst du aber, was Basilikum wirklich braucht, ist er eine der großzügigsten Pflanzen überhaupt: Ein, zwei Pflanzen auf einer warmen Fensterbank liefern über Monate Pesto, Salate und Garnitur. So gelingt er richtig — aus Samen oder aus dem geretteten Supermarkttopf, drinnen oder auf dem Balkon.

Was Basilikum wirklich will

Basilikum ist eine tropische Pflanze, die glaubt, im Mittelmeerraum zu leben. Daraus ergeben sich drei Grundregeln, an denen nicht zu rütteln ist: Wärme, Licht und Drainage. Unter 10 °C schmollt er, im tiefen Schatten wächst er nicht mehr, und in staunasser Erde fault er. Stimmen diese drei Dinge, ist der Rest nur Feinschliff.

Basilikum aus Samen aussäen

Säe von Frühjahr bis Hochsommer drinnen in kleine Töpfe mit torffreier Anzuchterde. Streu ein paar Samen auf die Oberfläche, bedeck sie dünn mit Erde, gieß vorsichtig und halt die Aussaat bei etwa 20 °C — eine helle Fensterbank mit einer durchsichtigen Tüte über dem Topf funktioniert genauso gut wie ein Anzuchtkasten. Die Keimlinge zeigen sich meist nach ein bis zwei Wochen.

Sobald die Sämlinge ein paar echte Blattpaare haben, pikierst du jeden einzeln in einen eigenen 7,5-cm-Topf. Halt sie warm und hell, und gieß sparsam — nasse, kalte Erde ist genau das, was die Umfallkrankheit liebt, und die kann eine ganze Anzucht über Nacht dahinraffen.

Auspflanzen — Timing ist alles

  • Warte, bis die Nachttemperaturen zuverlässig über 10 °C bleiben, bevor du Basilikum nach draußen stellst.
  • Härte die Pflanzen etwa eine Woche lang ab: tagsüber draußen, nachts wieder rein.
  • Halt mindestens 10 cm Abstand zwischen den Pflanzen; im Topf brauchst du mindestens 20 cm Durchmesser und Tiefe.
  • Wähl den sonnigsten, geschütztesten Platz, den du hast — vor einer warmen Hauswand ist ideal.

Gießen: nur morgens

Gieß Basilikum morgens, damit die Erde über die warmen Stunden gleichmäßig feucht ist, die Wurzeln aber nicht kalt und nass in die Nacht gehen — Basilikum hasst nasse Füße nach Einbruch der Dunkelheit. Gieß von unten an den Fuß der Pflanze statt über die Blätter, und kontrollier Kübel und Balkonkästen in Hitzeperioden täglich. Zu trockenes Basilikum lässt theatralisch die Blätter hängen, erholt sich aber schnell; zu nasses vergilbt von unten und erholt sich nicht.

Entspitzen: das Geheimnis der buschigen Pflanze

Sich selbst überlassen, bildet Basilikum einen einzigen langen Trieb, blüht und ist damit fertig. Für die dichte, blattreiche Pflanze, die du eigentlich willst, entspitzt du die Triebspitze knapp über einem Blattpaar, sobald die Pflanze drei oder vier Blattpaare hat. Jeder Schnitt zwingt zwei neue Triebe aus den unteren Achseln. Wiederhol das alle ein bis zwei Wochen — und ja, das Entspitzte landet direkt in der Küche.

Tipp: Der schlaksige Basilikumtopf vom Discounter ist in Wirklichkeit über 20 Sämlinge, die zusammengequetscht wurden — ein bekannter Trick. Teil den Wurzelballen vorsichtig in drei oder vier Klumpen, topf jeden einzeln ein und gieß gut an. Sie sehen erst ein paar Tage lang elend aus, legen dann aber los — aus einem 2-€-Topf wird der Basilikumvorrat für den ganzen Sommer.

Schossen: wenn Basilikum blühen will

Hitze, Trockenstress und zu enger Stand treiben Basilikum zum Schossen — er bildet Blütenstände —, danach werden die Blätter spärlich und bitter. Entspitz Blütenstiele, sobald du sie siehst. Hat eine Pflanze schon durchgeschossen, schneide sie kräftig auf ein niedriges Blattpaar zurück; meist treibt sie dann frisch und zart neu aus.

Ernten und das Aroma erhalten

Ernte wenig, dafür oft, und nimm immer Triebspitzen statt einzelner Blätter vom Stängel zu zupfen. Für eine große Portion Pesto schneidest du ganze Stängel um die Hälfte zurück — eine gut entspitzte Pflanze erholt sich innerhalb von zwei Wochen. Basilikum verliert beim Kochen den größten Teil seines Aromas, gib es also erst am Ende, außerhalb der Hitze, dazu. Für einen Überschuss pürierst du die Blätter mit Olivenöl und frierst sie in Eiswürfelformen ein; getrocknetes Basilikum ist nur ein schwacher Abklatsch des frischen.

Häufige Probleme

  • Umfallkrankheit: Sämlinge knicken am Boden um — dünner säen, weniger gießen, für bessere Luftzirkulation sorgen.
  • Schnecken: Sie lieben junges Basilikum im Freien; schütz neue Pflanzen von Anfang an.
  • Blattläuse: Triebspitzen und Blattunterseiten kontrollieren; mit Wasser abspülen oder Schmierseifenlösung verwenden.
  • Gelbe untere Blätter: fast immer Übergießen oder kalte Wurzeln, nicht Hunger.
  • Grauschimmel: flauschige Beläge bei feuchter, enger Kultur — Pflanzen weiter auseinander setzen und lüften.

Achtung: Basilikum ist extrem frostempfindlich. Schon eine einzige Nacht um 0 °C schwärzt die Blätter unwiederbringlich. Bring am Ende der Saison entweder einen Topf für den Winter auf eine warme Fensterbank oder ernte alles ab, bevor der erste Frost angesagt ist.

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Häufige Fragen

Warum geht mein Supermarkt-Basilikum immer wieder ein?

Weil es nicht eine Pflanze ist, sondern Dutzende Sämlinge, die im Gewächshaus schnell hochgezogen wurden und sich einen kleinen Topf teilen. Teil den Klumpen in drei oder vier Töpfe auf, gib ihnen deine hellste Fensterbank und gieß morgens nur, wenn die Oberfläche trocken wirkt.

Kann ich Basilikum das ganze Jahr über drinnen ziehen?

Ja, auf einer hellen, warmen Fensterbank — im Winter am besten nach Süden ausgerichtet — oder unter einer kleinen Pflanzenlampe. In den dunkleren Monaten wächst er langsamer, aber eine gut entspitzte Pflanze liefert trotzdem weiter brauchbare Blätter.

Sollte ich Basilikum blühen lassen?

Nicht, wenn du Blätter willst: Blühen macht die Pflanze spärlich und bitter. Entspitz Blütenstände, sobald sie erscheinen. Am Saisonende kannst du gern eine Pflanze blühen lassen — die Blüten sind essbar und Bienen lieben sie.

Wie oft sollte ich Basilikum gießen?

Kontrollier täglich und gieß, wenn sich die Erdoberfläche trocken anfühlt — im Sommer bei Kübeln typischerweise alle 1–3 Tage. Gieß immer morgens, an der Basis, und lass den Topf nie über Nacht im Wasser im Übertopf stehen.

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