Journal/Vegetable Garden · 6 Min. Lesezeit

Was pflanzt man im Oktober? Gemüse, Blumenzwiebeln und mehr

Arthur Meade

Von Arthur Meade · Gemüsegarten & Saisonales

Was du im Oktober pflanzen kannst: Knoblauch, Steckzwiebeln, Ackerbohnen, Wintersalate unter Vlies, Blumenzwiebeln und wurzelnackte Gehölze.

Kurze Antwort

Der Oktober ist die beste Zeit, um Knoblauch, Wintersteckzwiebeln und Schalotten zu stecken, winterharte Ackerbohnen und robuste Erbsen auszusäen, Feldsalat, Spinat und Wintersalate unters Vlies zu bringen und Blumenzwiebeln wie Narzissen zu setzen. Tulpen wartest du besser bis November ab. Außerdem beginnt jetzt die Pflanzzeit für wurzelnackte Gehölze, Rosen und Hecken.

Der Oktobergarten wirkt, als würde er sich langsam zur Ruhe legen, doch der Boden ist noch warm vom Sommer, der Herbstregen übernimmt das Gießen für dich, und alles, was jetzt gepflanzt wird, bekommt einen Vorsprung, den Frühjahrspflanzungen nie wieder aufholen. Wurzeln wachsen noch lange weiter, nachdem oben schon Ruhe eingekehrt ist — deshalb gehört eine Oktoberpflanzung still zu den lohnendsten Gartenarbeiten des ganzen Jahres. Hier kommt, was jetzt wirklich in die Erde gehört, egal ob du ein Gemüsebeet, ein paar Kübel oder nur ein sonniges Rabattenstück hast.

Knoblauch, Zwiebeln und Schalotten

Der Oktober ist DER Knoblauchmonat in fast allen deutschen Gärten. Teil eine Knolle in einzelne Zehen, steck sie mit der Spitze nach oben 3–5 cm tief und im Abstand von 15 cm in vollsonnige, gut durchlässige Erde. Die meisten Knoblauchsorten brauchen eine Kälteperiode im Winter, um sich richtig in Zehen auszubilden, drum liefert Herbststeckung größere Knollen als eine Frühjahrspflanzung. Wintersteckzwiebeln und Schalotten kommen genauso in die Erde, im Abstand von 10 cm, die Spitzen gerade noch sichtbar — sie überstehen den Winter ruhig und legen im März richtig los. Auf schwerem, nassem Boden pflanzt du besser auf Dämme oder in Multitopfplatten im Kalthaus und setzt im Frühjahr aus.

Dicke Bohnen und winterharte Erbsen

Sä eine winterharte Sorte Dicke Bohnen bzw. Ackerbohnen (klassisch: 'Aquadulce Claudia') im Oktober oder November 5 cm tief direkt ins Freiland — sie überwintert als kräftige kleine Pflanze und blüht Wochen vor Frühjahrsaussaaten, oft sogar bevor die Schwarze Bohnenlaus überhaupt aktiv wird. Winterharte, rundkörnige Erbsen funktionieren in milden Lagen genauso. In kalten oder mäusereichen Gärten ziehst du beide besser im Topf unter Glas vor und pflanzt sie erst im Spätwinter aus — das schützt das Saatgut zusätzlich vor Fäulnis in durchnässter Erde.

Wintersalate unter Vlies und im Kalthaus

Das Wachstum verlangsamt sich mit den kürzeren Tagen, aber unter einer Folienhaube, im Frühbeet oder im unbeheizten Gewächshaus lassen sich noch Wintersalat, Spinat, Feldsalat, Wintersalate wie Winterportulak und asiatische Blattsalate etablieren. Feldsalat ist dabei der Star — er keimt auch in kühlem Boden und produziert weiter, wenn kaum eine andere Pflanze bei kurzen Tagen noch etwas hergibt. Rechne mit langsamer, stetiger Ernte statt sommerlicher Fülle: Was jetzt gesät wird, sammelt vor allem Kraft für einen Erntesprung im Spätwinter.

Frühjahrskohl und andere Kohlpflanzen setzen

Hast du im Spätsommer Frühjahrskohl vorgezogen, kommt er jetzt im Oktober an seinen endgültigen Standort, im Abstand von 30 cm, gut angedrückt und gegen Tauben mit Netz geschützt. Er übersteht den Winter klaglos und schiebt genau dann Herzen an, wenn der Garten im April und Mai am hungrigsten ist.

Blumenzwiebeln — mit einer Ausnahme: Tulpen

Narzissen, Krokusse, Hyazinthen, Zierlauch und die meisten anderen Frühjahrsblüher sollten jetzt in die Erde, falls noch nicht geschehen, gepflanzt in zwei- bis dreifacher Zwiebeltiefe. Tulpen sind die eine Ausnahme, die lieber wartet: Pflanz sie erst im November, wenn der Boden abgekühlt ist — das hilft ihnen, der Pilzkrankheit Tulpenfeuer zu entgehen. Blumenzwiebeln im Kübel im Lasagne-Prinzip geschichtet — Tulpen ganz unten, Narzissen in der Mitte, Krokusse obenauf — liefern dir aus einem einzigen Gefäß drei Blühwellen im Frühjahr.

Die Zeit für wurzelnackte Gehölze beginnt

Ab Ende Oktober verschicken Baumschulen wurzelnackte Bäume, Rosen, Beerensträucher und Heckenpflanzen — günstiger und mit besserem Wurzelsystem als Ware aus dem Container. Pflanz sie, sobald der Boden nicht gefroren oder klatschnass ist. Im Herbst gepflanzte Bäume und Sträucher wurzeln über den Winter ein und brauchen im nächsten Sommer deutlich weniger Gießen als Frühjahrspflanzungen.

Kleine Arbeiten, die sich auszahlen

  • Gründüngung wie Phacelia oder Winterroggen auf leeren Beeten aussäen, um den Boden zu schützen und zu nähren
  • Neue Stauden pflanzen, solange der Boden noch warm ist — sie wurzeln vor dem Winter gut ein
  • Kräuter wie Schnittlauch und Minze für den Winter im Topf reinholen
  • Winterharte Sommerblumen wie Ringelblume und Kornblume weiter aussäen für früheren Blütenstart im nächsten Jahr

Tipp: Die Fingerprobe gilt auch im Herbst — formt sich aus der Erde ein klebriger Kloß, ist sie zu nass zum Bearbeiten. Warte lieber ein paar trockene Tage ab, statt nasse Beete zu verdichten.

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Häufige Fragen

Ist es im Oktober schon zu spät, Knoblauch zu stecken?

Nein — der Oktober ist in den meisten Regionen ideal, und bis in den November hinein geht es auch noch, solange der Boden nicht gefroren ist. Knoblauch braucht Winterkälte, um eine vollständige Knolle zu bilden.

Welches Gemüse kann ich im Oktober noch draußen säen?

Direkt ins Freiland: Dicke Bohnen und winterharte Erbsen in milden Lagen. Alles andere Blattgemüse — Wintersalat, Spinat, Feldsalat, asiatische Salate — gedeiht jetzt deutlich besser unter Vlies, im Frühbeet oder Gewächshaus.

Wann sollte ich Tulpen pflanzen?

Im November, später als die meisten anderen Blumenzwiebeln. Kühlerer Boden senkt das Risiko für Tulpenfeuer. Narzissen, Krokusse und Zierlauch pflanzt du dagegen schon im September oder Oktober.

Kann ich im Oktober noch Bäume und Sträucher pflanzen?

Ja — ab Ende Oktober beginnt die wurzelnackte Pflanzzeit, die günstigste Art, Bäume, Rosen und Hecken zu pflanzen. Der noch warme Boden hilft den Wurzeln, vor dem Winter einzuwachsen.

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