Journal/Seasonal · 6 min Lesezeit

Lauberde selber machen: So wird Herbstlaub zu Gold

Arthur Meade

Von Arthur Meade · Gemüsegarten & Saisonales

Wirf dein Herbstlaub nicht in die Biotonne: Lauberde im Laubsack oder Drahtkorb ansetzen, welches Laub schnell verrottet und wofür du sie im Garten nutzt.

Kurze Antwort

Lauberde (Laubkompost) entsteht fast von selbst: Laub sammeln, in gelochte Säcke oder einen Drahtkorb füllen, anfeuchten und an einen schattigen Platz stellen. Nach einem Jahr hast du groben Mulch, nach zwei Jahren feine, dunkle Lauberde, die du sogar in Anzucht- und Topferde mischen kannst. Kein Umsetzen, kein Beschleuniger, kein Können nötig.

Jeden Herbst rechen Gartenbesitzer einen der besten Bodenverbesserer überhaupt zusammen — und zahlen dann dafür, dass die Biotonne oder der Wertstoffhof ihn abholt. Dabei wird feuchtes Falllaub, einfach liegen gelassen, zu Lauberde: einem dunklen, krümeligen, nach Wald duftenden Material, aus dem Waldböden gemacht sind. Es speichert Wasser wie ein Schwamm, verbessert jeden Boden — und kostet nichts. Das Beste: Lauberde ansetzen ist die faulste Gartenarbeit des Jahres. Die Natur macht die Arbeit, und jetzt ist der Monat, um anzufangen.

Lauberde ist kein Kompost

Ein normaler Komposthaufen wird von Bakterien angetrieben: Er läuft heiß, arbeitet schnell und braucht eine Mischung aus Grünem und Braunem. Lauberde funktioniert anders — Herbstlaub ist stickstoffarm und kohlenstoffreich, deshalb zersetzen es vor allem Pilze: langsam und kühl. Genau darum liegt Laub im Komposthaufen scheinbar ewig herum, und genau darum bekommt es seinen eigenen Haufen. Der Lohn fürs Warten ist ein herrlich feines Material, das man so kaum kaufen kann.

Methode 1: der Laubsack (kleine Gärten)

  • Laub sammeln — am besten direkt nach dem Regen, oder trockenes Laub mit der Gießkanne wässern.
  • In stabile Müllsäcke oder alte Erdsäcke stopfen und dabei festdrücken.
  • Mit der Grabegabel ein paar Löcher in Seiten und Boden stechen — für Luft und Wasserabzug.
  • Locker zubinden und hinter dem Schuppen oder in einer schattigen Ecke parken.
  • Übers Jahr ein- bis zweimal nachsehen: Fühlt sich das Laub trocken an, Wasser nachgießen. Das war der ganze Job.

Methode 2: der Drahtkorb (größere Gärten)

Hast du Platz und viel Laub, schlage vier Pfosten in eine schattige Ecke und tackere Hasendraht drumherum — fertig ist ein oben offener Korb von etwa einem Meter Kantenlänge. Laub hineinschichten, festtreten, in Trockenphasen wässern und zusehen, wie der Haufen in sich zusammensinkt. Ein offener Haufen in einer ruhigen Ecke funktioniert auch; der Korb verhindert nur, dass der Wind deine Arbeit über den Rasen zurückverteilt.

Tipp: Fahre mit dem Rasenmäher übers Laub auf dem Rasen, bevor du es einsammelst. Gehäckseltes Laub verrottet in der halben Zeit, der Grasschnitt liefert obendrein etwas Stickstoff als Turbo — und der Fangkorb sammelt alles gleich für dich ein.

Welches Laub eignet sich am besten?

  • Schnell und fein: Eiche, Buche und Hainbuche sind die Klassiker — dünnes Laub, wunderbare Lauberde.
  • Langsamer, aber gehäckselt gut: Ahorn, Rosskastanie, Esskastanie, Platane und Walnuss — dickes Laub, das einen Mäherdurchgang verdient.
  • Kiefern- und Fichtennadeln: verrotten sehr langsam (zwei bis drei Jahre) und ergeben saure Lauberde, die Heidelbeeren, Rhododendren und Kamelien lieben. In einen eigenen Sack damit.
  • Besser nicht: immergrünes Laub wie Kirschlorbeer und Stechpalme sowie Koniferenschnitt (gehäckselt auf den Kompost), und Laub von stark befahrenen Straßen — es kann Schadstoffe enthalten.

Warten — und was du bekommst

Nach etwa einem Jahr hast du groben, krümeligen Mulch — die Blätter an den Rändern noch erkennbar, in der Mitte dunkel und halb verschwunden. Nach zwei Jahren ist es richtige Lauberde: fein, dunkel, krümelig, bereit für die edleren Aufgaben. Geduld ist die einzige Zutat — und weil der nächste Jahrgang startet, während der aktuelle fertig wird, hast du ab dem zweiten Herbst jedes Jahr Nachschub.

So setzt du Lauberde ein

  • Einjährige Lauberde: Beete und Rabatten 5 cm dick mulchen, unter Bäumen und Sträuchern verteilen, empfindliche Stauden damit anhäufeln oder in schweren Boden einarbeiten.
  • Zweijährige Lauberde: sieben und mit Gartenkompost und Sand zu eigener Anzucht- und Topferde mischen, Kübel und Rasen damit abstreuen oder in Pflanzlöcher geben.
  • Jedes Alter: Lauberde ist Bodenverbesserer, kein Dünger — sie bringt Struktur und Wasserspeicher statt vieler Nährstoffe. Überdosieren ist praktisch unmöglich.

Warnung: Lass einen Teil des Laubs liegen. Unter Hecken und in ruhigen Ecken überwintern Igel, Frösche, Kröten und Nützlinge darin, und auf den Beeten ziehen Regenwürmer die Blätter für dich in den Boden. Rasen und Wege solltest du räumen — nasses Laub auf Platten ist bei Frost wirklich gefährlich —, aber die wilden Ecken des Gartens wollen ihre Decke. Und beim Öffnen fertiger Laubsäcke: Staub und Sporen nicht einatmen.

Nicht sicher, von welchem Baum dein Laub stammt und ob es zu den schnell verrottenden Sorten gehört? Fotografiere ein Blatt mit PlantMe — die App bestimmt den Baum in Sekunden. Dann weißt du, ob du Eichen-Gold oder Platanen-Leder in der Hand hältst.

Häufige Fragen

Wie lange dauert es, bis Lauberde fertig ist?

Etwa ein Jahr bis zum groben Mulch, zwei Jahre bis zur feinen, dunklen Lauberde für Topf- und Anzuchtmischungen. Vorheriges Häckseln — ein Durchgang mit dem Rasenmäher genügt — halbiert die Zeit ungefähr.

Kann Herbstlaub einfach auf den normalen Kompost?

Ein paar Hände voll untergemischt: kein Problem. Große Mengen bremsen den Kompost aber aus — Laub ist stickstoffarm und wird von Pilzen langsam zersetzt statt heiß verrottet. Gib ihm einen eigenen Sack oder Korb und lass Lauberde daraus werden.

Ist Lauberde ein Dünger?

Nein — ein Bodenverbesserer. Sie liefert kaum Nährstoffe, verbessert aber Struktur, Wasserspeicherung und Bodenleben enorm, wie die Streuschicht eines Waldbodens. Nutze sie zusätzlich zu Kompost oder Dünger, nicht stattdessen.

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