Journal/Seasonal · 6 min Lesezeit

Begonien überwintern: Knollen richtig lagern

Arthur Meade

Von Arthur Meade · Gemüsegarten & Saisonales

Begonien überwintern: wann du Knollen ausgräbst, wie du sie abtrocknen und frostfrei lagerst — und wie Eisbegonien drinnen weiterwachsen.

Kurze Antwort

Knollenbegonien werden ausgegraben, sobald der erste leichte Frost das Laub geschwärzt hat: Knollen heben, rund zwei Wochen trocken abhärten, dann in Sägespänen oder Vermiculit bei 5–10 °C bis zum Frühjahr lagern. Eisbegonien haben keine Knolle — topfe sie vor dem ersten Frost ein und kultiviere sie am hellen Fenster als Zimmerpflanze weiter.

Begonien liefern monatelang Farbe für erstaunlich wenig Aufwand — und dann macht eine kalte Nacht alles platt. Die gute Nachricht: Die meisten Begonien sind nur frostempfindlich, nicht wirklich einjährig. Mit einer halben Stunde Arbeit im Herbst rettest du die Pflanzen dieses Jahres und startest die nächste Saison mit größeren, kräftigeren und kostenlosen Begonien. Welche Methode richtig ist, hängt komplett vom Typ ab — also fang damit an.

Erst mal: Welche Begonie hast du?

  • Knollenbegonien (große, rosenartige Blüten, ziehen komplett ein): als ruhende Knolle in der Kiste überwintern — die klassische Methode, um die es hier vor allem geht.
  • Eis- oder Faserwurzelbegonien (kleine Blüten, wachsglänzende Blätter, faserige Wurzeln): keine Knolle zum Lagern — reinholen und als Winter-Zimmerpflanze weiterziehen.
  • Rhizom- und Strauchbegonien (Blattschmuck, z. B. Begonia rex oder Schiefblatt): ganzjährig Zimmerpflanze, sie werden nie ausgegraben.
  • Winterharte Begonien (Begonia grandis): halten in milden Lagen unter dicker Mulchschicht im Beet durch.

Tipp: Im Zweifel die Begonie aus dem Topf kippen — eine flache, korkige Scheibe unter dem Stängel bedeutet Knollenbegonie. Oder fotografier sie mit der PlantMe-App und lass dir den Typ bestimmen.

Wann Knollenbegonien raus müssen

Das Timing ist eine Abwägung: Je länger das Laub steht, desto mehr Energie wandert in die Knolle — ein harter Frost kann sie aber ruinieren. Klassisch wartest du, bis der erste leichte Frost (meist Oktober oder November) das Kraut schwärzt, und hebst dann innerhalb weniger Tage, lange bevor der Boden durchfriert. Ab dem Spätsommer hilfst du der Pflanze beim Einziehen, indem du weniger gießt und das Düngen ganz einstellst.

Ausgraben und abhärten, Schritt für Schritt

  • Die Stängel auf etwa 2–3 cm über der Knolle einkürzen.
  • Den ganzen Wurzelballen mit der Grabgabel heben, mit Abstand zum Stängel, damit du die Knolle nicht aufspießt.
  • Die gröbste Erde abbürsten — nicht waschen und die Haut nicht abziehen.
  • Die Knollen etwa zwei Wochen einlagig an einem kühlen, trockenen, luftigen Ort abtrocknen lassen. Fertig sind sie, wenn die Stängelreste trocken sind und sich mit leichtem Drehen lösen.

Achtung: Der Stängelrest ist die Gefahrenzone. Brichst du grüne Stängel bündig an der Knolle ab, entsteht eine feuchte Wunde, die im Lager sofort fault. Lass die Reste beim Abtrocknen von selbst locker werden.

Knollen über den Winter lagern

Bette die abgetrockneten Knollen so in einen Karton oder eine Papiertüte mit kaum feuchten bis trockenen Sägespänen, Vermiculit oder Kokosfaser, dass sie sich nicht berühren. Lagere bei etwa 5–10 °C — ein frostfreier Keller, eine Garage oder ein unbeheiztes Zimmer sind ideal. Kontrolliere monatlich: Weiches oder Schimmliges sofort aussortieren, und wenn Knollen schrumpeln, das Lagermaterial ganz leicht anfeuchten.

Eisbegonien drinnen überwintern

Faserwurzelbegonien wachsen einfach weiter, wenn man sie lässt. Vor dem ersten Frost um etwa die Hälfte zurückschneiden, in frische, durchlässige Erde topfen, gründlich auf Schädlinge kontrollieren (besonders Blattunterseiten) und hell, aber zugfrei aufstellen. Erst gießen, wenn die oberen Zentimeter trocken sind — zu viel Wasser im Winter ist die häufigste Todesursache drinnen. Im Frühjahr eine Woche abhärten und nach den Eisheiligen wieder rauspflanzen.

Knollen im Frühjahr wecken

Setze die Knollen im zeitigen bis mittleren Frühjahr mit der hohlen Seite nach oben in Schalen mit feuchter Anzuchterde, nur knapp bedeckt, bei rund 18 °C und gutem Licht. Sobald die Triebe ein paar Zentimeter haben, einzeln topfen. Nach draußen dürfen sie erst, wenn jede Frostgefahr vorbei ist — Begonien verzeihen keinen späten Kälteeinbruch.

Häufige Fragen

Kann ich Begonienknollen im Beet lassen?

Nur in praktisch frostfreien Lagen. Überall dort, wo der Boden durchfriert, faulen oder erfrieren die Knollen. In milden Regionen bringt eine dicke, trockene Mulchschicht winterharte Arten wie Begonia grandis durch — Knollenbegonien hebst du sicherheitshalber aus.

Kann ich die Knollen einfach im Topf lassen?

Ja — Stängel abschneiden, die Erde fast völlig abtrocknen lassen und den ganzen Topf frostfrei bei 5–10 °C lagern. Das ist weniger zuverlässig als die Kiste, weil feuchte Erde die Knolle faulen lassen kann; also monatlich kontrollieren.

Warum sind meine gelagerten Knollen gefault?

Fast immer Feuchtigkeit: zu kurz abgeschnittene Stängel, zu feuchtes Lagermaterial oder ein zu warmer, schwüler Lagerplatz. Volle zwei Wochen abtrocknen lassen und das Lager höchstens ganz leicht feucht halten.

Meine überwinterte Eisbegonie ist vergeilt — ist sie hinüber?

Nein. Im Winter ist es drinnen dunkel, etwas Streckung ist normal. Schneide sie im zeitigen Frühjahr um ein Drittel zurück, dann wird sie mit dem Licht wieder buschig.

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