Journal/Seasonal · 7 Min. Lesezeit

Geranien überwintern: So klappt's sicher

Arthur Meade

Von Arthur Meade · Gemüsegarten & Saisonales

Drei bewährte Wege, Geranien (Pelargonien) zu überwintern: als Zimmerpflanze, über Stecklinge oder wurzelnackt im Keller. Vor dem Frost starten.

Kurze Antwort

Geranien (Pelargonien) sind frostempfindliche Kübelpflanzen: Frost tötet sie, aber drinnen überwintern sie problemlos. Vor dem ersten Frost topfst du sie entweder als helle, kühle Zimmerpflanze (10–18 °C) ein, schneidest im Spätsommer 8–10 cm lange Stecklinge oder lagerst wurzelnackte Pflanzen an einem dunklen, frostfreien, kühlen Ort bei 7–13 °C. Im zeitigen Frühjahr schneidest du sie zurück und lässt sie neu austreiben; ins Freie kommen sie erst wieder nach den Eisheiligen.

Die „Geranien“, die gerade noch in Kübeln und Balkonkästen blühen, sind botanisch gesehen Pelargonien — frostempfindliche mehrjährige Pflanzen aus Südafrika. Frost tötet sie ab, aber im Herbst muss man sie deshalb nicht entsorgen und im nächsten Jahr neue kaufen: Eine überwinterte Pflanze behält ihre Größe und blüht im nächsten Sommer früher, und Lieblingssorten bleiben kostenlos erhalten. Der Spätsommer ist genau der richtige Zeitpunkt zum Planen, denn die beste Methode — Stecklinge — funktioniert am besten, solange die Pflanzen noch kräftig wachsen.

Deine Pflanze kennen (und die Frist im Blick behalten)

Echte winterharte Storchschnabel-Geranien überstehen den Winter im Beet und brauchen nichts von alledem. Alles Folgende gilt für Pelargonien: Zonal- und Efeu-Pelargonien, Edelpelargonien und Duftpelargonien. Die Frist ist der erste Frost. Schon ein leichter Frost schädigt sie, drum solltest du handeln, solange die Nächte noch über etwa 5 °C liegen — in den meisten deutschen Gärten heißt das: bis September einen Plan haben und alles vor den ersten Fröstenim Oktober oder November drinnen.

Methode 1: als Zimmerpflanze ins Haus holen

Die einfachste Option, wenn du eine helle, kühle Fensterbank hast. Vor dem Frost gräbst du Beetpflanzen aus (oder trägst Kübel einfach hinein), kontrollierst sie auf Schädlinge und schneidest die Pflanzen um ein Drittel bis zur Hälfte zurück. Topf sie in frische, durchlässige Erde, stell sie ans hellste Fenster und halte sie kühl — ideal sind etwa 10–18 °C; ein beheiztes Wohnzimmer mit 22 °C führt eher zu blassem, langtriebigem Wuchs. Gieß nur, wenn die oberen Zentimeter Erde trocken sind. Kürz langtriebige Triebe über einem Blattknoten während des Winters, damit die Pflanzen buschig bleiben, und dünge nicht vor dem Spätwinter.

Methode 2: Stecklinge im Spätsommer schneiden

Stecklinge sind die klassische Versicherung, und August bis Anfang September ist die beste Zeit, weil die Mutterpflanze noch kräftig wächst. Junge Pflanzen überwintern zudem auf weniger Platz auf der Fensterbank als eine große Mutterpflanze.

  • Schneide 8–10 cm lange, nicht blühende Triebspitzen knapp unter einem Knoten ab, mit einem sauberen, scharfen Messer.
  • Entferne die unteren Blätter und alle Blütenknospen, sodass oben zwei oder drei Blätter bleiben.
  • Steck die Stecklinge in Töpfe mit grobkörniger, durchlässiger Erde (eine Mischung zur Hälfte mit Perlit oder scharfem Sand ist ideal). Bewurzelungspulver hilft, ist aber nicht nötig — Pelargonien bewurzeln bereitwillig.
  • Stell sie hell, aber ohne pralle Mittagssonne auf, und halte die Erde eher trocken als feucht. Deck Pelargonien-Stecklinge nicht mit einer Plastiktüte ab — gestaute Feuchtigkeit lässt sie faulen.
  • Nach etwa vier bis sechs Wochen kommen Wurzeln; topf bewurzelte Stecklinge einzeln und zieh sie bis zum Frühjahr kühl und hell weiter.

Methode 3: wurzelnackte Ruhelagerung

Der altmodische Platzsparer, seit Generationen im Keller praktiziert: Vor dem Frost gräbst du ganze Pflanzen aus, schüttelst die Erde von den Wurzeln und lässt sie einige Tage antrocknen. Lagere sie an einem dunklen, frostfreien, kühlen Ort — 7–13 °C ist der Idealbereich — entweder kopfüber aufgehängt oder locker in Zeitungspapier oder offene Papiertüten gewickelt. Die Blätter vertrocknen und fallen ab; das ist normal. Kontrollier einmal im Monat: Weichen die Stängel stark ein, tauch die Wurzeln ein- oder zweimal im Winter für ein bis zwei Stunden in Wasser, und entsorge alles Weiche oder Schimmelige. Die Erfolgsquote ist niedriger als bei den anderen beiden Methoden, aber der Aufwand ebenso — und es wird gar kein Licht benötigt.

Welche Überwinterungsmethode passt zu dir?

MethodePlatz & Licht nötigAufwandAm besten für
ZimmerpflanzeHelle, kühle FensterbankGeringEin paar Lieblingspflanzen, die durchgehend grün bleiben sollen
StecklingeKleine, helle FensterbankMittelViele Sorten auf minimalem Platz erhalten
Wurzelnackte RuhelagerungDunkler, kühler Keller oder GarageGering, aber riskanterViele große Pflanzen, keine Fensterbank frei

Der Neustart im Frühjahr

Im Spätwinter bis frühen Frühjahr schneidest du überwinterte Pflanzen auf 10–15 cm zurück, topfst wurzelnackte Pflanzen in frische Erde, stellst alles an einen hellen, etwas wärmeren Platz und gießt wieder normal. Neue Triebe zeigen sich innerhalb weniger Wochen; sobald das passiert, alle zwei Wochen düngen. Gewöhne die Pflanzen schrittweise ans Freiland und stell sie erst nach den Eisheiligen Mitte Mai endgültig nach draußen.

Profi-Tipp: Beschrifte im Herbst jede Pflanze und jeden Steckling mit dem Sortennamen. Im März sieht ein blattloser Pelargonienstumpf exakt wie der nächste aus.

Achtung: Der größte Killer überwinternder Geranien ist zu häufiges Gießen im Winter. Eine kühle, halb ruhende Pelargonie braucht mitunter nur alle drei bis vier Wochen Wasser. Im Zweifel lieber zu trocken halten — eine welke Pflanze erholt sich, eine verfaulte nicht.

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Häufige Fragen

Wann sollte ich Geranien ins Haus holen?

Vor dem ersten Frost. Behalte ab dem Frühherbst die Wettervorhersage im Blick: Nähern sich die Nächte 5 °C, ist es Zeit. Stecklinge schneidest du besser früher, im August oder Anfang September, solange die Pflanzen noch kräftig wachsen.

Können Geranien den Winter draußen überstehen?

Beet-Geranien (Pelargonien) überleben im Freien nur in praktisch frostfreien Lagen. Überall, wo echter Frost auftritt, müssen sie ins Haus. Winterharte Storchschnabel-Geranien dagegen überwintern problemlos im Beet.

Sollen Geranien den Winter über im Dunkeln stehen?

Nur wurzelnackte Pflanzen werden dunkel gelagert. Beblätterte Pflanzen — Topfpflanzen und bewurzelte Stecklinge — brauchen dein hellstes Fenster; im Dunkeln werfen sie die Blätter ab und werden schwach.

Warum vergilben die Blätter meiner überwinternden Geranie?

Etwas Vergilben der unteren Blätter ist normal, während sich die Pflanze an weniger Licht gewöhnt. Vergilbt sie flächig, liegt meist zu viel Wasser vor — lass die Erde zwischen den Gaben gut trocknen und halte die Pflanze kühl und hell.

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